Überwinde deine Angst – Meine 5 Tipps gegen Schreibblockaden

Überwinde deine Angst – Meine 5 Tipps gegen Schreibblockaden

Ich bin Autorin und ich schreibe, weil ich muss. Da sind Wörter und Geschichten in meinem Kopf, die rauswollen. Aber es gibt Zeiten, da wehrt sich mein innerer Schweinehund mit allem, was er hat. Ich nenne es ungern Schreibblockade, weil das so endgültig klingt. Es untermauert die Schranke, die meinen Gedanken eh schon im Weg steht. Und wie überwindet man schon so eine Blockade? Drüberspringen? Einen Tunnel graben? Dagegen rennen?

Ich benenne den Plagegeist also um in “Die Angst vor dem weißen Blatt”. Ängste kann man überwinden. Man muss sich ihnen nur stellen.

In diesem Beitrag verrate ich dir meine 5 Tricks, um Schreibblockaden loszuwerden.

Was ist eine Schreibblockade?

Ein leeres Dokument, die Finger schon auf der Tastatur, eine grobe Idee im Kopf. Alles ist bereit, aber nichts geht. Es ist, als liegen dir die Wörter auf der Zunge. Trotzdem ergibt kein Wort Sinn.

So kann man Stunden zubringen, ganze Tage und Wochen. Es gibt ja auch so viel anderes zu tun. Bilder sortieren zum Beispiel. Schuhe putzen. Warum die Eile?

Aber irgendwann kommt der Moment, da wird dieser Zustand lästig. Du musst etwas schreiben. Du musst den Aufsatz, den Bericht, die Hausarbeit fertig bekommen. Du musst deinen Roman endlich zu Ende bringen, damit deine Leser nicht davonlaufen.

Wenn du diese Hürde genommen hast, wenn du einsiehst, dass es an der Zeit ist, weiterzumachen und dich selbst zur Vernunft rufst. Dann hast du den ersten Schritt schon getan. Aber um deine Ängste zu überwinden, musst du zuerst ihre Ursachen kennen.

Woher kommt die Angst?

Ich leide regelmäßig an größeren oder kleineren Weißes-Blatt-Angstzuständen. Mir ist aufgefallen, dass für mich der Zeitpunkt immer der gleiche ist. Ich stecke mitten in einem Projekt, schreibe, was das Zeug hält. Endlich habe ich die spannendsten Kapitel vor mir. Der Höhepunkt wartet auf sein Feuerwerk. Und genau das ist der Moment, in dem nichts mehr geht. Dabei habe ich keine Angst davor, den Höhepunkt zu schreiben.

Ich habe Angst vor dem, was danach kommt. Das Buch ist fertig. Ich habe Angst es zu lesen, weil es schlecht sein könnte. Ich habe Angst, was andere darüber sagen könnten und dass all die Zeit und Mühe umsonst waren.

Durch diese Gedanken verändert sich meine Herangehensweise. Kein Wort ist mehr gut genug. Jede Formulierung klingt abgedroschen. Es tritt ein, was ich befürchtet habe: Ich schreibe einen schlechten Text. Also lasse ich es lieber. Die Schreibblockade gewinnt.

Finde deinen Weg

Google zeigt 121.000 Ergebnisse zum Stichwort “Schreibblockade überwinden”. Es gibt unzählige Ratgeber. Wie soll man sich da entscheiden?

Ich sage, du musst es ausprobieren. So unterschiedlich die Ursachen unserer Ängste sind, so unterschiedlich sind die Methoden, um sie zu überwinden.

Mit der Zeit lernt man, was funktioniert und was nicht. Folgende Strategien bringen mich nicht weiter (dich vielleicht schon):

1. Den Ort wechseln

Für mich hat diese Methode nur einen kurzen Effekt. Ich raffe meinen ganzen Kram zusammen, wuchte alles von der Couch zum Schreibtisch oder umgekehrt. Dann setze ich mich hochmotiviert als wäre ich ein neuer Mensch vor den Computer. Ein weißes Blatt starrt mich an und da fällt mir auf, dass ich auch meine Ängste mit an den neuen Ort genommen habe.

2. Die Welt ausschalten

Es hilft mir sehr, den Drang zu unterdrücken sämtliche Videoportale dieser Welt zu durchforsten, wenn ich doch eigentlich schreiben sollte. Andererseits hilft mir nichts mehr als Musik. Stille ist in Ordnung für mich, wenn mich die Spannung meines eigenen Textes verschlingt, aber dazu muss ich wissen, was ich schreiben soll. Mit einer Blockade brauche ich Motivation. Also: Welt an.

3. Sich zum Schreiben zwingen

Das fördert absolut meine Abwärtsspirale. Ja, es gibt Zeiten, da musst du die Wörter aus dir rauspressen, weil du einfach keine Zeit mehr hast. Du zwingst dich den Text nochmal zu lesen, den letzten Absatz. Du schreibst ein paar Worte und irgendwie wird es ein Text. Aber es ist nicht das, was du wolltest. Ängste überwindet man nicht mit Gewalt.

4. Druck rausnehmen

Am besten arbeite ich unter Druck. Er sollte nicht zu groß sein. Wenn die Abgabe morgen ist und ich noch kein Wort zu Papier gebracht habe, ergießen sich eher Tränen als Worte. Aber etwas Druck ist für mich unabdingbar. Zur Not mache ich ihn mir selbst.

Meine Tipps

Ich weiß, wovor ich eigentlich Angst habe und ich bin gewillt mich dieser Angst zu stellen. Um meine Schreibblockaden zu überwinden, nutze ich daher folgende Strategien:

1. Ein neues Ziel

Es schadet überhaupt nicht, das ins Stocken geratene Projekt eine Weile ruhen zu lassen. Schreibblockaden überwindet man schließlich am besten durch Schreiben. Also such dir ein neues Projekt, eine neue Geschichte und bring deine Finger auf die Tastatur.

2. Den Tatendrang wiederentdecken

Zu Anfang einer Geschichte bin ich hochmotiviert. Ich sehe die Figuren vor mir, ihre Wege und Emotionen. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Geschichte erzählt werden muss. Um dieses Gefühl zu reaktivieren, lese ich meine ersten Notizen nochmal durch. Meistens erinnere ich mich so an meinen Tatendrang und finde neue Motivation.

3. Druck

Wie bereits erwähnt, bin ich unter Druck am produktivsten. Wenn ich überhaupt keine Zeit habe, kommen mir die besten Ideen und ich habe richtig Lust etwas zu Papier zu bringen. Also setze ich mir ein Ultimatum. Oder ich suche mir Projekte mit festem Abgabetermin.

4. Planung

Funktioniert sowohl kurzfristig als auch zur langfristigen Vermeidung von Schreibblockaden. Du kannst nur schreiben, wenn du weißt, was du schreiben willst. Zumindest ungefähr. Also arbeite deine Handlung soweit aus, dass du ohne Probleme durchkommst. Ich bin auch kein wirklicher Plotter. Die besten Ideen und Wendungen fallen mir unterwegs ein. Aber das ist ja das Schöne: Ein Plan ist nur ein Vorhaben, das sich jederzeit ändern kann.

Akut-Hilfe: Das Auge schreibt mit

Es gibt Projekte, die man nicht aufschieben kann. Du hast ein Abgabedatum und keine Zeit mehr irgendwelche Strategien auszuprobieren. In solchen Situationen verwende ich ein bisschen wertvolle Schreibzeit für das Layout meines Textes. Ändere die Schriftgröße, die Schriftart, Zeilenabstände. Diese Methode täuscht deinem Gehirn ein neues Projekt vor, das ganz anders ist, als das, woran du bisher gearbeitet hast. In den meisten Fällen hilft das sofort.

Extra-Tipp: Pseudo-Schreibblockade

Du kommst einfach nicht weiter? Sämtliche Methoden schlagen fehl? Jedes andere Projekt tippt sich wie am Schnürchen, nur diese eine Geschichte will einfach nicht? Ich nenne das Pseudo-Schreibblockade. Das Problem ist dabei nicht, dass du an einer klassischen Schreibblockade leidest. Das Problem ist die Geschichte. Sie funktioniert nicht so, wie du sie dir gedacht hast. Deine Charaktere passen nicht dazu. An dieser Stelle hilft nur, das Projekt völlig zu überdenken. Macht es noch Sinn? Können Fehler korrigiert werden? Oder solltest du es lieber ganz verwerfen? Halte dich nicht zu lang mit dieser Blockade auf. Sie ist schneller zu überwinden, als echte Schreibblockaden, aber es tut mehr weh, geliebte Geschichten aufzugeben.

Alles in Allem

Schreibblockaden lassen sich vielleicht vermeiden, aber meiner Meinung nach erwischen sie dich früher oder später. Und generell im falschen Moment. Wichtigster Punkt: Lerne deine Ängste kennen und dann lerne, sie zu überwinden. Finde deine eigenen Methoden. Mache dir klar, was funktioniert und was nicht. Es gibt kein Allheilmittel, aber eines weiß ich ganz sicher: nur vom Tipps lesen, wird es nichts. Setz dich hin. Mach einen Plan. Fasse dein Ziel ins Auge und schreibe!


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