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Tessa Millard

Autorenseite

Was du nicht sagst – 10 Sätze, die Autoren niemals sagen

Wie bei jeder anderen Berufsgruppe wohl auch, haben die meisten ein ganz bestimmtes Bild im Kopf, wenn sie an Schriftsteller denken. Daher widme ich den heutigen Beitrag 10 Aussagen, die ein Autor in dieser Form wohl niemals von sich geben würde.

 

Meine liebste Schreibposition? Auf dem Bauch liegend im Bett.

Nein, nicht wirklich. Ich persönlich sitze zwar immerhin auf der Couch, aber ein echter Arbeitsplatz fördert erheblich die Produktivität. Und wenn du schon mal versucht hast, länger als eine Stunde lang auf dem Bauch liegend auf einer Tastatur zu tippen, weißt du selbst wie «bequem» das ist.

 

Ich erreiche mein Schreibziel jeden Tag.

Ziele sind wichtig. Das Erreichen von Zielen auch. Aber um ehrlich zu sein, gibt es gute und schlechte Tage. Es gibt einfache Ziele und welche, die vollkommen unrealistisch sind. Und manchmal macht das «echte» Leben das Ziel einfach zunichte.

 

Meine Figuren machen immer genau was ich will.

Es wäre so schön. Tatsächlich entwickeln Figuren ein Eigenleben. Als Autor sollte man es wohl kommen sehen, wenn die Figur anfängt, Dummheiten zu machen. Man ist schließlich live dabei. Aber irgendwie schaffen es die kleinen Kerlchen, ihr eigenes Ding durchzuziehen. Und manchmal ist das eben gar nicht nach unserer Vorstellung.

 

Sobald ich mich vor die Tastatur setze, fällt mir etwas ein.

Auch das ist eher Wunschdenken. Gerade wenn man die Schriftstellerei nur nebenberuflich betreibt oder betreiben kann, ist Zeit eine echte Kostbarkeit. Natürlich will man die auch nutzen. Trotzdem lässt die Inspiration an manchen Tagen lange auf sich warten. Und dann ist die Stunde Schreibzeit auch schon wieder vorbei.

 

Ich liebe mein kleines Häuschen am See.

Ich will nicht bestreiten, dass es Autoren gibt, die einen heimeligen Rückzugsort besitzen. Auf die meisten dürfte das allerdings nicht zutreffen. Zumindest, dass es ein richtiges Haus oder auch nur ein eigenes Büro ist. Ich würde allerdings behaupten, dass jeder einen Lieblingsschreibort hat, den auch die Muse regelmäßig besucht.

 

Wenn das Buch veröffentlicht ist, gönne ich mir eine Auszeit.

Leider ist es mit der Buchveröffentlichung nicht getan, vor allem wenn man selbst veröffentlicht. Die Arbeit fängt dann erst an. Irgendwie muss die Welt schließlich von dem neuen Werk erfahren. Wenn dann die Verkaufszahlen stimmen, kommt die Auszeit. Oder das nächste Projekt.

 

Ich schreibe jetzt nur noch Bestseller.

Gute Vorsätze können nicht schaden. Sollte irgendjemand eine absolut wasserdichte Formel haben, wie man Bestseller schreibt, dann immer her damit.

 

Ich vermisse die Zeiten so, als ich alles noch auf der Schreibmaschine tippen konnte.

Ich will ehrlich sein: Die Return-Taste ist mein bester Freund beim Schreiben. Ein Schritt vor und zwei zurück. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, eine ganze Seite nochmal schreiben zu müssen, nur weil ich nun doch lieber «schreiten» statt «stolzieren» schreiben will. Ganz zu schweigen von meiner Geschicklichkeit immer die richtige Taste zu treffen.

 

Notizen? Brauch ich nicht.

Gibt es jemanden, der einen ganzen Roman vollkommen ohne Notizen geschrieben hat? Keine Mindmap? Keine Entwürfe für Figuren? Einfach drauf los?

 

Mein erster Entwurf ist druckreif.

Erste Entwürfe haben eine Aufgabe: sie sollen existieren. Mehr nicht. Sie verschaffen uns einen Überblick über unsere eigenen Gedanken, aber sie zeigen uns auch all die Schwachstellen, lassen uns an allem zweifeln. Und diesen Zweifel gilt es zu überwinden, um aus dem Entwurf etwas Richtiges zu machen.

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